Q&A DIRECTOR KANG SANG-WOO

Interview mit Kim-Gun’s Direktor KANG Sang-woo

KANG Sang-woo Zitat: „Ich hoffe, dass der Film denjenigen, die nicht vertraut mit dem Aufstand sind, hilft, zu empfinden, was die Überlebenden die letzten 40 Jahre durchgemacht haben.“

KANG Sang-Woo

Kim-Gun Regisseur KANG Sang-woo ist stolz darauf, seinen Dokumentarfilm den Zuschauer*innen des diesjährigen Film Festivals vorstellen zu dürfen. Wir haben ihm Fragen zu seiner Berufswahl und über seinen Dokumentationsfilm Kim-Gun gestellt:

Interviewer: Wann haben Sie sich entschieden, Regisseur zu werden oder involviert in die Filmindustrie zu sein?

KANG: Wie viele Regisseure mochte ich Filme, seit ich klein war. Nachdem ich das College abgeschlossen und für ein Jahr in einer Firma ohne jeglichen Bezug zu Film gearbeitet hatte, dachte ich, ich sollte es einmal versuchen und fing dann 2008 mit dem Filmemachen an.

Interviewer: Wie lange dauerte es bis zum fertigen Film Kim-Gun? Beispielsweise auch auf die Idee für den Film zu kommen?

KANG: Es begann im Frühling 2015 als eine Dame, die 1980 am Gwangju-Aufstand beteiligt war, das Archiv besuchte, sie das Bildnis eines Mitglieds der Bürgerwache sah und sich an ihn erinnerte als ,,Kim-Gun”, einen Stammgast ihres Familienrestaurants. Zur selben Zeit fingen Website-Nutzer aus dem rechten Flügel an zu behaupten, der Mann stamme aus Nordkorea. Der Film folgt sozusagen der Geschichte unserer Suche nach dem Mann auf dem Foto.

Interviewer: Welche Rolle spielen die Zuschauer*innen? Welche Gefühle und Gedanken möchten Sie vermitteln?

KANG: Ich komme aus einer Generation, die nach dem 1980er Gwangju-Aufstand geboren wurde und obwohl uns in der Schule die Wichtigkeit dieses Aufstandes für die Demokratisierung Südkoreas erklärt wurde, fühlte sich das Ereignis immer noch fern an. Ich hoffe, dass der Film denjenigen, die nicht vertraut mit dem Aufstand sind, hilft, zu empfinden, was die Überlebenden die letzten 40 Jahre durchgemacht haben.

Interviewer: Welche Szenen waren am schwersten zu drehen und wieso?

KANG: Es hat zwei Jahre gedauert, den letzten Zeugen zu finden, der den Aufenthaltsort von Kim-gun bezeugen konnte. Für ihn war es ein zutiefst traumatisierendes Ereignis, sodass es ihm schwerfiel, überhaupt darüber zu sprechen, daher warteten wir weitere sechs Monate, bis der Zeuge sich bereit fühlte, über das Gesehene zu reden.

Interviewer: Wie würden Sie die Atmosphäre am Set beschreiben?

KANG: Die meiste Zeit besuchte ein Team von vier Leuten, die Zeug*innen zu Hause oder auf der Arbeit, um die Gespräche aufzunehmen, also war es in der Regel Im vertrautem Kreise und ruhig.

Interviewer: Nachdem Sie den fertigen Film zum ersten Mal gesehen hatten, gab es irgendwelche Szenen, die Sie gerne anders gedreht oder dargestellt hätten?

KANG: Nein.

Interviewer: Was war Ihr Lieblingsmoment während des Filmdrehs?

Kim-Gun

KANG: Lee Chang-seong, ein Fotojournalist, der das Foto von Kim-Gun 1980 geschossen hatte, erlaubte es uns, dessen Fotoarchive über den Aufstand einzusehen, welches aus 2300 14-Kilo-Pixel-Fotografien bestand. Es war aufregend, so viele qualitativ hochwertige Aufnahmen zu sehen, die Szenen des Aufstands 1980 zeigten.

Interviewer: Woran arbeiten Sie als Nächstes? Irgendwelche Pläne für die Zukunft?

KANG: Ich bereite dieses Mal einen Fiktionsfilm vor.

Interviewer: #SaveOurCinema, welche persönliche Bedeutung hat es für Sie als Mensch und Regisseur?

KANG: Für mich als unabhängiger Filmemacher ist ein Film nicht schon komplett, nachdem die Bearbeitung und das Mastering beendet sind, sondern wenn die Leute den Film zusammen im Kino gesehen und danach darüber geredet haben. Es ist wichtig, solche Plattformen für kleine unabhängige Filme aufrecht zu erhalten.

Interviewer: Was denken Sie, kann jeder Einzelne von uns für #SaveOurCinema tun?

KANG: Mir fällt nichts anderes ein, als Filme in unabhängigen Kinos anzusehen. Die gesamte kollektive Erfahrung des gemeinsamen Filmeschauens muss insbesondere für Independent Filme weitergeführt werden.